Schmerz lass nach..

Tut er. Sehr brav. 

Wegen Konrad trauere ich anders, als um Papa. Wäre es heftiger, würde Papa noch leben und ich nicht den Unterschied kennen? Beide gehörten zu meinem Leben von Anfang an, aber Papa ist halt Papa. 

Seit Tagen begleite ich nun die Witwe, die auch meine (Firm) Patentante ist. Die ersten Nächte schlief ich dort, jetzt hab ich einfach mehr zu tun, die Trauerfeier zu organisieren und ihrem Leben in den Bereichen Halt zu geben, die er geregelt hat (Finanzen und Co).

Sitzen wir zusammen und reden über die Situation, kommen mir die Tränen, ihr nicht. Ist es einfach die Generation 2. Weltkrieg, die gelernt hat die Gefühle zu verbergen. Gestern, beim Diakon, ist erstmals ihre Stimme gebrochen. Quasi ein Durchbruch? 

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Hab’s schleifen lassen

Sport, Ernährung, Vitamine, Globuli, alles habe ich schleifen lassen in den letzten 2 Wochen. Erst war ich krank, dann kam das mit dem Todesfall. Jetzt hänge ich in den Seilen und es ist mir nach Sofa, auch wenn ich bei dem Wetter mir wünschen würde Lust am Rausgehen zu haben. 

Vor 17 Jahren hätte ich mir die Schuhe ungebunden und wäre einfach los. Vor 17 Jahren hatte ich eine geregelten Job, keine Kinder, Eltern fit und gesund und mein Leben unbekümmert. 

Für 2018 habe ich Pläne. Pläne mein Leben umzugestalten. Mit Coach für Seele und Körper. 

Traurig… 

Ich bin traurig. Gestern ist mein Nenn-Opa gestorben, mit 93. Es kam so plötzlich. Zuhause ist er umgekippt, mit Notarzt dann ins KH. Dort saß ich dann mit meiner Mutter bei meiner Nenn-Oma, als der Arzt schonend versuchte ihr beizubringen, dass sie gerade reanimieren und wie lange sie das denn sollen. Er war bei seiner Formulierung so behutsam, dass sie es erst nicht kapierte und wir deutliche Worte finden mussten.

Nun ist er gegangen. 

Sie waren 65 Jahre verheiratet. 

Jetzt ist sie allein in dem großen Haus. Heute Nacht sind Mama und ich bei ihr geblieben. 

Käthe ist eine starke Frau, sie hat keine Träne vergossen. Doch innerlich hat es ihr das Herz zerrissen. 

Traurig. 

Flohmarkt… 

…von Papa geliebt, von mir gemieden. 

Morgen werde ich einen Verkaufsstand haben, um die Sachen aus seiner Wohnung in gute Hände zu geben. 

4:30 klingelt der Wecker, 5:30 Abfahrt.  Heute haben wir den Bus bepackt und nun hoffen wir, daß uns der Orkan morgen keinen Strich durch die Rechnung macht. 

Nicht zu glauben 

…Heute war ich unterwegs, bis ich heim kam hatte Gatte schon die Hausaufgaben kontrolliert und das Essen war fertig. 

Die Kinder sind danach nach oben, haben sich umgezogen und Zähne geputzt. Als wir um 8 nach ihnen geschaut haben, schliefen sie. Und all das ohne Streit. 

Einmal zu viel

Ich komme hoch und es richt nach Nagellack. Sie haben dann relativ gleich gestanden woran sie noch alles gewesen sind, unter anderem an den echt teuren Sachen. 

Ihren Spieltrieb kann ich verstehen, die Neugierde auch. Nur ist es nicht zum ersten Mal passiert. In den letzten Wochen haben sie sich immer wieder an meinen Sachen vergriffen, ich hab den Eindruck es interessiert sie nicht wirklich. 

Auch die Entschuldigung wird runtergeleiert. Besonders der Passus, ich kann aber nicht versprechen das es es nicht wieder passiert, ist ja schon fast Diplomatie. 

Heute hat es mir gereicht. Und nachdem die Kids meine Schreierei mehr oder weniger in ihr Repertoire übernommen haben, muss ein anderer Weg her. 

Müllsäcke, mit denen bin ich in ihr Zimmer und habe eingepackt. Sie durften je 1 Kuscheltier, Schmusetuch und die Schreibsachen behalten. Alles andere landete in Säcken,  es wurden 3 Große. Anzumerken ist, dass sie ja noch einen Spielekeller haben. 

Dennoch großes Drama bei Zwei 2, Zwerg 1 hat geholfen. Ich war bei dem ganzen wirklich ruhig. Und wenn es jetzt klappt, d.h. lieb miteinander sein, die Sachen des anderen respektieren usw. Dann kriegen sie wieder was wieder. 

Horrorkindheit

..Müssen meine Töchter haben. So wie sie sich verhalten bin ich wohl die schlimmste Mutter der Welt. 

Ich schenke ihnen Zauberhut- und Mantel. Muss bei dem Zauberstab improvisieren. Sie streiten. Ich bin Schuld. 

Sortiere Schminke aus, sie dürfen damit spielen und sich ausgiebig anmalen, verwenden Gloss für das Gesicht und kriegen es nicht mehr runter, ich bin Schuld.

Habe Fernsehen nicht nochmal erlaubt, besonders weil sie genau dann fragen wenn ich geschäftlich telefoniere, bin die blöde Kuh. 

Hab dann keinen Bock mit ihnen zu schmusen, weil sie dauernd giftig zu mir sind, dann bin ich gemein.

Eben haben sie wieder so gestritten, also hab ich ausgezählt und eine in den Keller geschickt (ist Teil vom Haus, gut integrierter Wohnraum, Spielekeller mir Kuschelecke) Auf dem Weg nach unten begleite ich sie, sie will lieber auf Treppe warten, da sitzt aber eine Grille – sie rennt kreischend in ihr Bett (ich hab dann Grille entsorgt).

Ich frage mich oft, ob sie von diesem Tageswahnsinn bleibende Schäden davon tragen?

Nun sitze ich auf dem Sofa und futtere Schokolade, wahrscheinlich werde ich richtig fett wenn das so weiter geht. 

Und übrigens, wer hat nach solchen Tagen eigentlich noch Bock auf romantische Nächte? 

Ich sehne mich nach Abstand.

Neue Kommunikationswege

Mit meinem Gatten. 

Donnerstag hatte ich ein interessantes Gespräch mit meiner Freundin bezüglich der Geschichte mit Gatten und meiner Enttäuschung. 

Ihr Rat: erwarte von ihm nicht die Reaktion, die Du hättest.  Wenn er sagt gut, wir fahren, ist es einfach gut. Nicht mehr, aber ganz bestimmt auch nicht weniger.